BEWEGUNG

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Wie begeistere ich mein Kind für Sport und Bewegung?

Chillen, Zocken, Abhängen – bei Kindern und Jugendlichen kommt Bewegung heutzutage oft zu kurz: Nur jedes fünfte Kind in Deutschland ist mindestens eine Stunde täglich körperlich aktiv, wie es die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt. Das zeigt eine weltweite Untersuchung der Active Healthy Kids Global Alliance, deren Ergebnisse Ende 2018 von der Technischen Universität München veröffentlicht wurden. Viele Kinder haben im Alltag kaum noch Zeit, ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben – oder verbringen ihre Freizeit lieber passiv vor PC, Smartphone oder Fernseher. Wir haben ein paar Tipps, wie Sie Sportmuffel motivieren und regelmäßige Bewegung von Anfang an in den Familienalltag integrieren können

Ein Vorbild sein

Kinder lernen am Vorbild, sie brauchen Anleitung. Eltern, die sich selbst nicht gern bewegen, haben es schwerer, ihr Kind zum Sport zu motivieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder und Jugendliche sich regelmäßig bewegen und gesund ernähren steigt um ein Vielfaches, wenn Sie hier ohne erhobenen Zeigefinger, sondern ganz selbstverständlich mit gutem Vorbild vorangehen. Der Nachahmungseffekt gilt natürlich auch umgekehrt. Sind Sie hier kein gutes Vorbild, dürfen Sie leider auch kaum auf ein vernünftiges Verhalten Ihres Kindes hoffen.
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Warum ist Bewegung für Kinder so wichtig?

Viel Bewegung ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines gesunden Lebens. Sportliche Aktivitäten halten den Bewegungsapparat gesund, stärken die Muskulatur und das Immunsystem. Somit erleiden sportliche Kinder seltener Unfälle, sind weniger krank und haben nicht so häufig Haltungsschwächen oder -schäden. Regelmäßige Bewegung hilft zudem, Übergewicht und ähnliche ernährungsbedingte Krankheiten zu vermeiden. Auch geistig hält Sport gesund: ausreichend Bewegung verbessert Durchblutung des Gehirns und beeinflusst so die Konzentration positiv. Ihr Kind kann so leichter und motivierter lernen und in der Schule bessere Leistungen erzielen.  Damit nicht genug: In der Kindheit eingeübte sportliche Gewohnheiten werden eher beibehalten bzw. in späteren Jahren wieder aufgegriffen. Kurz: Sport hält fit und gesund!

Sport schärft die Selbstwahrnehmung und verbessert das Selbstvertrauen

Vor allem in der Pubertät schwanken viele Jugendliche, ob Jungen oder Mädchen, zwischen Bewunderung und Hass für ihren Körper. Sport ist in dieser Zeit eine gute Möglichkeit, den eigenen Körper kennenzulernen bzw. im Blick zu behalten. Auf diese Weise wächst mit dem Vertrauen in den sich verändernden Körper auch das Vertrauen in das eigene Selbst. Hat Ihr Kind hat „seine“ Sportart gefunden und ist dort erfolgreich, dann wird es von diesen Erfolgen auch nachhaltig für sein Selbstbewusstsein zehren. Ihr Kind spürt, was es kann und erfährt, dass der Preis für Anstrengung und Durchhaltevermögen gute Leistungen und Anerkennung sind. Solche positiven Erfahrungen sind wichtig, denn sie stärken die Persönlichkeit Ihres Kindes – auch dann, wenn es in der Schule gerade mal nicht so gut läuft.

Steigerung der Konzentrationsfähigkeit

Durch das regelmäßige Ausüben von Sport können Kinder lernen, sich präzise zu konzentrieren. Bei einem Sprint-Wettbewerb muss beispielsweise die gesamte Kraft und Ausdauer für genau die Zeit des Sprints mobilisiert werden. Außerdem wird die Durchblutung gefördert und der Körper wird mit frischem Sauerstoff versorgt, wodurch das Gehirn Leistungsfähiger wird. So kann eine kleine Lernpause dazu beitragen, dass sich die Kinder die zu lernenden Dinge schneller merken können.

Förderung der Lernmotivation

Das menschliche Gehirn hat eine geringe Spanne an Zeit, in der es in der Lage ist, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Durch eine Bewegungspause beim Lernen können Nervosität und Konzentrationsschwächen verringert werden, da die Kinder ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachgehen können. Die verbesserte Konzentrationsfähigkeit trägt dazu bei, dass Ihr Kind motivierter und leichter lernt. Treibt man Sport, so wird nicht nur die Konzentrationsfähigkeit erhöht, es wird auch allgemein das Wohlbefinden verbessert und mit guter Laune lernt es sich gleich viel besser.

Steigerung der Teamfähigkeit

Gemeinsam mit anderen an einem Ziel arbeiten, respektvoller Umgang mit anderen Meinungen und deren Toleranz sowie Motivation von Teamkameraden und engagiertes Einbringen in die Gruppe sind nur einige Dinge, die einen teamfähigen Menschen ausmachen. Durch den Sport, egal ob durch einen Mannschaftssport, wie Hockey oder eine Einzelsportart, wie zum Beispiel Schwimmen, werden viele Möglichkeiten geboten, die Teamfähigkeit Ihres Kindes zu schulen. Durchsetzungsvermögen, Kompromissbereitschaft und Fairness sind ebenfalls wichtige Fähigkeiten, um gemeinsam mit anderen, zum Beispiel in der Schule gut und erfolgreich lernen zu können.
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Keine Lust auf Sport? So bringen Sie Bewegung in den Alltag

Häufiger zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sein: Verwandeln Sie den täglichen Weg in die Schule, zum Musikunterricht oder zum Einkaufen einfach in einen kleinen Spaziergang oder in eine Radtour. Ihr Kind bekommt Bewegung und gleichzeitig gibt es auch auf dem kürzesten Weg jede Menge Spannendes zu sehen und zu entdecken.

Bewegung in die Tagesroutine einbauen: Wenn Sie kleine Bewegungseinheiten wie selbstverständlich in den Alltag einbauen, ist den meisten Kindern gar nicht bewusst, dass sie „Sport“ machen. Ein gemeinsamer Spaziergang nach dem Mittagessen, Tanzen zur Lieblingsmusik oder auch eine halbe Stunde Ballspielen im Garten empfinden viele Kinder einfach als gemeinsam verbrachte Zeit und genießen sie umso mehr.

Vielfältigkeit in der Leichtathletik: Dank der vielen Disziplinen die in der Leichtathletik existieren, kann jeder fündig werden und in einer Disziplin seine Stärken zeigen. Durch Grundbewegungsformen, wie Laufen, Springen und Werfen und die unterschiedlichen Bewegungsmöglichkeiten wird der gesamte Körper der Kinder beansprucht und trainiert. Schnelligkeit und Koordination werden verbessert und Haltungsschäden der Jugendlichen, die heutzutage leider immer häufiger auftreten, können vorgebeugt werden.

Anreize zur Bewegung geben: Ein Go-Kart, ein Waveboard oder Fahrrad motiviert die meisten Kinder und Jugendliche ganz von allein, sich zu bewegen. Fast alle dieser Fahrzeuge lassen sich auch problemlos mit ins Freie nehmen oder sind sogar dafür ausgerichtet unter freiem Himmel genutzt zu werden, wo das „Herumdüsen“ noch mehr Spaß macht. Auch Sportgeräte wie Inlineskates, ein Fußball oder ein Trampolin sind ein toller Anreiz, sich auszuprobieren. Wichtig ist, dass Sie kleine Sportmuffel nicht allein lassen. Nehmen Sie Anteil, helfen Sie, die neuen Bewegungen zu lernen und vergessen Sie nicht, Erfolge entsprechend zu loben.

Schnupper-Angebote nutzen: Viele Sportvereine oder -schulen bieten kostenlose Schnupperstunden an, so dass Kinder ein- oder zweimal testen können, ob ihnen ein Sport Spaß macht.

Checkliste: So hat Ihr Kind mehr Spaß an Sport und Bewegung

  • Einfach spielen: Es muss kein Mannschaftssport oder Leichtathletik sein – jede Form der Bewegung tut Kindern gut, auch wenn sie im Garten Fangen spielen oder sich bei einer Schatzsuche mit Freunden im nahgelegenen Waldstück austoben
  •  Interessen berücksichtigen: Einige Kinder laufen gern, andere sind echte Wasserratten, wieder andere bewegen sich am liebsten gemeinsam im Spiel mit anderen – finden Sie heraus, was Ihrem Kind liegt
  • Unterstützung geben: Es passt nicht immer gut in den eigenen Zeitplan, wenn das Kind zum Fußballtraining oder in den Schwimmverein gefahren und wieder abgeholt werden muss. Trotzdem sollten Sie die sportlichen Interessen Ihres Kindes soweit es geht, unterstützen. Fahrgemeinschaften können hier sehr lohnenswert sein
  • Selbst mitmachen: Wenn die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen, ist das für viele Kinder schon genug Motivation. Gemeinsames Kicken, Radfahren oder auch ein langer Waldspaziergang ist zudem wertvolle Familienzeit
  • Keine hochgesteckten Ziele: Die sportlichen Leistungen sollten im Hintergrund stehen – wichtig ist, dass Ihr Kind Spaß an der Bewegung hat und sich seinen Fähigkeiten entsprechend auspowern kann
  • Keine Ermahnungen: Vermeiden Sie Vorträge darüber, wie gesund Sport ist oder dass Ihr Kind Bewegung nötig hat. Gemeinsames Herumtoben mit Freunden oder Geschwistern im Garten oder Anregungen in Form von einem neuen Ball oder ein Paar Inlineskates funktionieren meist effektiver.