Cybermobbing - Ist euer Kind betroffen?

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„Tu uns den Gefallen und bring‘ dich einfach um“, „Du bist ein Looser und wirst immer einer bleiben“, „Mit dir Schlampe will niemand etwas zu tun haben“ – An dumme Sprüche und fiese Bemerkungen auf dem Schulhof können sich auch Eltern noch aus ihrer Jugendzeit erinnern. Doch seit sich der Tatort ins Netz verlagert hat, haben sich die Auswirkungen verschärft.

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Eine neue Form von Gewalt ist entstanden. Denn betroffene Kinder und Jugendliche stehen rund um die Uhr „unter Beschuss“ – derzeit meist über Messenger wie WhatsApp. Sie können den systematischen, bösartigen Schikanen nicht ausweichen, sich aber auch nicht direkt wehren. Zudem bleiben Beleidigungen, Pöbeleien und Bloßstellungen für jedermann sichtbar im Netz erhalten und machen rasend schnell unkontrolliert die Runde. Jeder achte Jugendliche zwischen zehn und 21 Jahren soll nach einer nicht repräsentativen Befragung des „Bündnisses gegen Cybermobbing“ bereits online gemobbt worden sein. Ebenso viele gaben an, selbst gemobbt zu haben. In einer anderen Untersuchung sah sich sogar jedes dritte Schulkind als Opfer von Cybermobbing. Die Mobbing-Attacken können zu Depressionen, Angststörungen, Schlafproblemen, Schulversagen und sozialem Rückzug führen. Im schlimmsten Fall versuchen Kinder, sich das Leben zu nehmen. Jeder fünfte Betroffene soll schon darüber nachgedacht haben.

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Was Eltern wissen müssen:

  1. Es kann jeden treffen: Schüchterne Einzelgänger ebenso wie Kinder mit sichtbaren Krankheiten oder erfolgreiche Schülerinnen und Schüler.
     
  2. Man kennt sich: In den allermeisten Fällen kennen sich Täter und Opfer persönlich. Die Täter sind häufig besonders beliebte Mitschüler, die mit dem Mobbing ihre Macht demonstrieren wollen.
     
  3. Plötzlich anders? Wenn euer fröhlicher Teenager sich plötzlich lustlos und still in seinem Zimmer verschanzt und wegen angeblicher Krankheit nicht zur Schule gehen will, könnte Mobbing die Ursache sein.
     
  4. Nachforschen: Solltet ihr als Mutter oder Vater den Verdacht haben, dass euer Kind zum Opfer von Cybermobbing geworden ist, sprecht das Thema behutsam an. Wenn euer Kind sich aus Angst oder Scham euch nicht anvertrauen will, könnt ihr versuchen, Kontakt zum besten Freund zu knüpfen.
     
  5. Werdet aktiv! Lasst das Thema nicht auf sich beruhen.
     
  6. Gemeinsam Lösungen suchen: Sprecht mit eurem Kind über mögliche Lösungen. Bezieht es in die weiteren Aktivitäten ein.
     
  7. Tatort Schule? Wird euer Kind von Schulkameraden gemobbt, sprecht mit dem Klassenlehrer und der Schulleitung. Sucht gemeinsam das Gespräch mit dem Täter, der Täterin.
     
  8. Beweise sichern: Dokumentiert die betreffenden Inhalte in Form von Screenshots. Meldet diese und die Urheber der Mobbing-Angriffe den Serviceanbietern, lasst die Inhalte entfernen und blockiert die Nutzer.
     
  9. Geht zur Polizei, wenn euer Kind massiv bedroht wird.
     
  10. Online-Hilfe: Erstberatung gibt es zum Beispiel beim Online-Portal www.juuuport.de oder auf www.save-me-online.de, einem bundesweiten Expertenportal mit Psychologen. Tipps gegen Cybermobbing finden junge Leute unter www.handysektor.de.