Wer ist der Boss? - Du oder das Smartphone

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Das Kind mit gesenktem Kopf, den Blick auf das Smartphone gerichtet. Dieses Bild kennen die meisten Eltern. Viele sind genervt, weil das Gerät den Alltag so sehr bestimmt. Doch woher kommt die Faszination und wann wird es zu viel?

WhatsApp meldet sich, auf Instagram hat die Freundin ein neues-Bild gepostet und die Geschichte auf Jodel ist wirklich witzig. Der Blick aufs Smartphone belohnt mit immer neuen Fotos, Storys und Informationen. Nicht nur Jugendliche können sich dem Sog an Neuigkeiten nur schwer entziehen. Und viele wollen es auch nicht. Denn wie sonst würden sie erfahren, was ihre Freunde treiben und worüber geredet wird?

Psychologen haben einen eigenen Begriff für dieses Phänomen kreiert: FOMO – Fear of missing out, also die Angst etwas zu verpassen. Gerade Jugendliche, denen ihr Freundeskreis mindestens genauso wichtig ist wie die Familie, befürchten ohne Smartphone nicht mehr mitreden zu können und nicht mehr dazuzugehören.

Hinzu kommt: Die Resonanz, die Reaktionen auf eigene Beiträge sorgen für gute Gefühle, für Bestätigung, für Anerkennung. Der smarte Alltagsbegleiter macht dies möglich, egal wo und egal wann.

Doch wer diesem Sog nie widerstehen kann, macht sich zum Sklaven des Gerätes. Wertvolle Zeit geht verloren, um konzentriert Hausaufgaben zu erledigen und zu lernen. Oder face-to-face miteinander zu sprechen, zu lachen, zu streiten, sich zu versöhnen.

Vier Tipps, wie Kinder die Smartphone-Nutzung im Griff behalten:

1. Auszeit für den Zeitfresser: Für digitale Pausen das Handy stummschalten, den Flugmodus wählen oder andere technische Möglichkeiten der Geräte nutzen. Das bietet sich an bei Treffen mit den Freunden, bei den Hausaufgaben und für mindestens acht Stunden Schlafenszeit.

2. Für eine richtige Challenge das Gerät für zwei, drei Tage bei den Eltern in Verwahrung geben. Und am besten die Freunde überzeugen, mitzumachen. Wie fühlt sich das Leben ohne Smartphone an?

3. Wählerisch sein: Nicht jeder WhatsApp-Gruppe beitreten. Der stetige Fluss an Nachrichten verleitet zum ständigen Check. Besonders die Kommunikationsanwendungen gelten als Suchtfaktor.

4. Auf dem Weg in die Sucht? Für die Furcht ohne Handy zu sein, gibt es sogar ein Wort: Nomophobie. Zur Sucht wird die Nutzung aber erst, wenn alles andere im Leben – besonders die schönen Dinge - dafür zurückgestellt wird.