Wie viel Stress darf sein?

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Wenn die Schule krank macht

Nicht nur der Berg an Hausaufgaben, die verpatzte Mathearbeit und der fiese Klassenkamerad machen Schülern zu schaffen, sondern auch hohe Erwartungen. Wenn Kinder unter Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Aggressivität, Traurigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder Nervosität leiden, kann Schulstress die Ursache sein.

Diagnose Schulstress? – 8 Tipps für Eltern

1. Wo liegt die Ursache? Wenn das Kind gestresst erscheint, sollten Eltern die Gründe herausfinden: Was sagt der Lehrer? Wie sehen die Mitschüler die Anforderungen? Wie ist die Stimmung in der Klasse? Gibt es Mobbing?

2. Zu viel verlangt? Immer Top-Noten schafft keiner. Es muss genügen, wenn Kinder ihr Bestes geben, auch wenn sie damit nicht immer der Beste sind. Manchmal setzen sich Schüler selbst unter Druck, manchmal wollen sie den Erwartungen der Eltern genügen. Kinder spüren solche Ansprüche, auch wenn nicht offen darüber gesprochen wird.

3. Hilfe von Profis: Bei starker Schulangst und Schulverweigerung ist die professionelle Hilfe eines Psychologen oder Psychotherapeuten notwendig. Bei Mobbing sind Schule und Polizei gefordert.

4. Typischer Lernstress entsteht oft aus der unheilvollen Kombination von Versagensangst, Termindruck und unkoordinierter Vorbereitung. Hier hilft ein Monatsarbeitsplan, sich auf Klassenarbeiten rechtzeitig vorzubereiten, den Unterricht vor- und nachzubereiten und insgesamt den Überblick über die Aufgaben zu behalten.

5. Miese Noten? Ist das Kind wegen schlechter Noten gestresst, können Eltern ihm unter die Arme greifen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Kinder brauchen das Gefühl, Fehler machen und Schwächen haben zu dürfen, für die sie nicht bestraft werden, sondern Hilfe bekommen. Denn auch Misserfolge gehören zum Leben.

6. Bauchweh vor der Klassenarbeit: Die Aufregung vor Tests sorgt dafür, dass der Kopf auf Hochtouren arbeitet. Das unangenehme Gefühl hat positive Nebenwirkungen: Kinder üben, sich Anforderungen zu stellen. Erlauben Eltern dagegen einem jammernden Kind zuhause zu bleiben, enthalten sie ihm diese Erfahrung vor.

7. Rituale wie die Promis: Bei großer Prüfungsangst können Rituale, wie sie auch viele Spitzensportler oder Künstler pflegen, Sicherheit geben: Den Lieblingspullover anziehen, zuerst den linken Schuh binden, einen Talisman mitnehmen, sich mit einer bestimmten Geste motivieren oder sich Erfolg suggerieren: „Ich bin gut vorbereitet, ich schaffe das!“

8. Familie, Freunde, Freizeit, Faulenzen: Stress wird in manchen Familien mit ständigem Termindruck geradezu vorgelebt. Dabei brauchen Kinder auch Entspannung und die Möglichkeit, faul sein zu dürfen. Daneben sind Hobbys wie Sport oder Musik ein guter Ausgleich für schulische Anforderungen.