Gibt es ein Leben ohne Smartphone?

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Was für eine Frage! Für Kinder und Jugendliche ist ein Leben ohne ein solches Teil möglich, aber sinnlos. Zwar können sich auch viele Eltern ihren Alltag nur schwer ohne Handy vorstellen, doch wie können Kinder lernen, vernünftig mit dem Smartphone umzugehen? Wir haben Antworten.

10 Tipps für Eltern:

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1. Wann ein eigenes Smartphone?

Frühestens mit zwölf Jahren können Kinder verantwortungsvoll mit einem Smartphone umgehen, sagen Experten. Allerdings wischen schon viele Grundschüler auf dem eigenen Gerät herum. Fit für das erste Smartphone sind Kinder, wenn sie begründen können, warum sie eines brauchen. Außerdem sollten sie wissen, welche Kosten es verursacht und sich daran beteiligen. Darüber hinaus ist es hilfreich, wenn Kinder Werbung erkennen und von anderen Inhalten unterscheiden können.

2. Was darf damit gemacht werden?

Unbekannte Kontakte sollten auf den Geräten des Nachwuchses blockiert werden und jüngere Kinder sollten Apps nur gemeinsam mit den Eltern downloaden. Die Sprösslinge müssen wissen, dass sie keine privaten Daten wie Handynummer, Adresse oder Bilder von sich an Unbekannte weitergeben dürfen. Beim Surfen sollten Eltern Grundschulkinder unterstützen und über die Seriosität von Seiten sprechen.

3. Feste Handyzeiten für die Kleineren

Wie beim Straßenverkehr brauchen Kinder auch bei der Mediennutzung klare Regeln, sagen Fachleute. Für die Kleineren empfehlen sie feste Handyzeiten: Bis zum Alter von neun Jahren maximal eine dreiviertel Stunde täglich, ab zehn Jahren etwa eine Stunde bis maximal neun Stunden wöchentlich. Mit älteren Kindern sollte ein Vertrag über Dauer und Nutzungszeiten geschlossen werden, empfehlen Experten. Dabei auch an die Konsequenzen bei Nichteinhaltung denken!

4. Das Handy smart nutzen!

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser: Damit der Nachwuchs lernt, verantwortungsvoll mit sozialen Medien umzugehen, muss er Erfahrungen damit sammeln. Eltern dürfen sich aber durchaus dafür interessieren, was die Sprösslinge mit ihrem Smartphone machen und warum sie das Gerät so dringend brauchen. Sie werden dann verstehen, dass ihr Teenager ohne Handy gewissermaßen auf dem Mond lebt.

5. Die Eltern als Vorbild

Wenig überzeugend sind Vorhaltungen über den ständigen Blick auf das Smartphone, wenn die Mutter selbst kaum vom Bildschirm loskommt. Und wer über die sozialen Medien ständig Bilder des Mittagessens, des Babys beim Spielen oder der neu gekauften Bluse postet, hat keinen Grund, dem Nachwuchs Ähnliches vorzuhalten.

6. Die Regeln gelten für alle

Vereinbarungen in der Familie können helfen, die Nutzung des Mobiltelefons im Griff zu behalten. So können Eltern etwa mit ihrem Kind vereinbaren, dass das Handy bei den Hausaufgaben und beim Essen Sendepause hat. Die Regeln gelten selbstverständlich auch für Papa und Mama! Familien können außerdem einen gemeinsamen „Handyparkplatz“ bestimmen. Dort legen alle ihre Geräte zum Beispiel vor dem Essen oder Schlafengehen ab.

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7. „Handyfrei“ – Das kann geübt werden

Frühstücken oder zu Abend essen ohne zwischendurch mal schnell auf den Bildschirm zu schielen? Oder fernsehen, miteinander reden, miteinander spielen? Das hat nicht nur mit Höflichkeit, Wertschätzung und Respekt den anderen gegenüber zu tun. Handyfreie Zeiten ohne ständige Erreichbarkeit helfen auch zu entspannen und das Hier und Jetzt zu genießen.

8. Das Gerät einkassieren? Besser nicht!

Die Verlockung für Eltern ist groß, das scheinbar unentbehrliche Smartphone einzukassieren, um es als Druckmittel oder zur Bestrafung zu nutzen. Doch davon raten Erziehungsexperten ab. Denn dies macht das Gerät nur noch spannender. Nur wenn ein Kind das Smartphone ständig länger benutzt als vereinbart, können die Eltern das Telefon kurzzeitig an sich nehmen. Gemeinsam muss die Familie dann über eine Lösung sprechen.

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9. Wenn die Eltern das Problem sind

Nicht nur manche Kinder, auch manche Eltern starren zu oft auf ihr Smartphone. Das kann in der Beziehung zu ihren Kindern zum Problem werden. Dann nämlich, wenn sie kein Ohr mehr für die Bedürfnisse ihres Nachwuchses haben. Derart missachtete Kinder seien eher frustriert, hyperaktiv, jammerten, schmollten oder reagierten mit Wutanfällen, berichten Forscher. Und je weniger sich Eltern kümmern, um so mehr fordern die Sprösslinge durch ihr Verhalten Aufmerksamkeit.

10. Das Handy als Droge?

Manche Eltern machen sich Sorgen, dass ihr Kind abhängig ist von der Smartphone-Nutzung. Doch selbst wenn der Nachwuchs sein Telefon so gut wie ständig im Blick hat, droht nicht unbedingt eine ernstzunehmende Sucht. Problematisch wird das Verhalten erst, wenn das Kind Schule, Hobbys und alles andere im Leben deswegen vernachlässigt. Wenn dann der Versuch scheitert, den Konsum einzuschränken, sollte Hilfe gesucht werden, zum Beispiel in einer Erziehungsberatungsstelle.