GETEILTES GLÜCK: TIPPS FÜR EINEN STARKEN FAMILIENZUSAMMENHALT

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„Das Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ – das berühmte Zitat von Albert Schweitzer bringt das Gefühl von Familie auf den Punkt. Denn trotz aller Konflikte, trotz Stress und Alltagssorgen ist die Familie das, was uns Halt gibt und dessen wir uns immer sicher sein können. Aber was ist es, was Familien zusammenhält? Über die biologische Verbindung hinaus ist der Familienzusammenhalt vor allem: Zeit füreinander und ein Bewusstsein dafür, was die Familie braucht und was sie beschäftigt. Das ist nicht immer einfach – aber die Anstrengung lohnt sich.

UNTRENNBAR VERBUNDEN - DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN ELTERN UND KIND

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Anders als in der Beziehung zwischen zwei Partnern geht man die Beziehung zum eigenen Kind nicht aus freien Stücken ein – zumindest können sich weder Eltern noch Kinder den jeweils anderen aussuchen. Dennoch ist die Eltern-Kind-Beziehung und insbesondere die Mutter-Kind-Beziehung die erste und prägendste Bindung, die Kinder eingehen. Mutter-Kind-Bindung: Schon aus biologischen Gründen ist die

Mutter-Kind-Bindung die intensivste Beziehung im Leben von Kindern. In den ersten Lebensjahren ist sie von großer Abhängigkeit und körperlicher Nähe geprägt. Wird das Kind langsam selbstständiger, gehört auch das Loslassen und das Schaffen von gegenseitigen Freiräumen zu einer gesunden Mutter-Kind-Beziehung.

Vater-Kind-Bindung: Moderne Väter möchten eine möglichst große Rolle im Leben ihrer Kinder spielen und von Anfang an eine intensive Bindung zu ihrem Kind aufbauen. Das ist nicht nur eine Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – es setzt auch voraus, dass die Mutter eine solche Vater-Kind-Bindung unterstützt und akzeptiert, dass der Vater in bestimmten Situationen anders handelt als sie selbst. Experten gehen davon aus, dass das Leben einer Frau nachhaltig von der Beziehung zu ihrem Vater beeinflusst wird. Eine funktionierende Vater-Tochter-Beziehung ist nicht nur wichtig für das Selbstbewusstsein einer Frau, sondern entscheidet auch über ihre Partnerwahl und ihre Beziehungsfähigkeit.

"FAMILIENKILLER" Pubertät?

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Wenn Kinder langsam erwachsen werden, ist das für die ganze Familie eine Belastungsprobe. Pubertät ist eine Familienangelegenheit. Nicht nur der Jugendliche verändert sich, sondern das ganze System Familie wird zunächst ordentlich durcheinandergebracht. Auch Eltern und Geschwister müssen nun mit der veränderten Situation klarkommen.

Wenn der Sohn von heute auf morgen eine Null-Bock-Mentalität an den Tag legt oder die süße Tochter ein Punk sein will, denken viele Eltern: Mein Kind ist nicht mehr mein Kind. Aber keine Panik: Ausprobieren gehört zur Pubertät einfach dazu. Die Pubertät ist die Zeit der ersten Liebe, die Jugendlichen erkunden ihre Körper und die des anderen Geschlechts. Es ist aber auch die Zeit, in der sie zum ersten Mal Alkohol oder andere Drogen ausprobieren. Wenn Eltern sagen: "Trink bloß keinen Alkohol!", erleben sie meist, dass das Kind genau das Gegenteil macht.

Freundlich bleiben fällt schwer, wenn die Kinder plötzlich nicht mehr klein und süß, sondern frech und aufmüpfig sind. Kinder müssen sich in dieser bedeutsamen Lebensphase selbst ausprobieren. Wichtig ist aber, dass immer noch ein Vertrauensverhältnis zwischen den Eltern und dem Kind vorhanden ist. Der junge Mensch muss spüren: „Meine Eltern wollen mir nicht schaden. Sie wollen Schaden von mir fernhalten. Und wenn doch etwas schiefgeht, sind sie für mich da!“

Viele Eltern gehen von der Vorstellung aus, dass ein pubertierendes Kind ordentlich zurechtgewiesen werden muss. Wenn es sich nur wieder „benimmt“, sind alle Probleme gelöst. So einfach ist es jedoch nicht. Vielmehr muss sich die gesamte Familie damit auseinandersetzen, dass ihr Kind sich in der Pubertät befindet, sprich: Dass es einen dramatischen, bedeutsamen und nachhaltigen Entwicklungsschritt durchmacht. Auch Eltern müssen sich in dieser Zeit verändern. Es gilt zu akzeptieren, dass nicht mehr sie, sondern die beste Freundin oder der beste Freund die wichtigste Bezugsperson sind.

So unterstützen Sie Ihr Kind in der Pubertät

  • Im Dialog bleiben und genau zuhören.
  • Klar Position beziehen, zu allem, was Ihnen wichtig ist – ohne aber zu erwarten, dass Ihr Kind genauso denkt.
  • Offen sein für andere Meinungen und Werte.
  • Interesse zeigen: an den Gedanken, Wünschen und Aktivitäten Ihres Kindes.
  • Neugierig sein auf die Persönlichkeit Ihres Jugendlichen.
  • Privatsphäre akzeptieren.
  • Veränderungen im Wesen des Kindes respektieren.
  • Persönliche Grenzen klar und freundlich aufzeigen – immer wieder.
  • Wahrnehmungen beschreiben: „Ich habe den Eindruck, du bist traurig. Stimmt das und kann ich dir irgendwie helfen?“
  • Druck und Bestrafungen vermeiden: das schadet der Beziehung.
  • Da sein, wenn Ihr Kind Hilfe braucht.
  • Das eigene Leben nicht vernachlässigen.
  • Verantwortung abgeben.
Kinder, insbesondere pubertierende, sind keine Maschinen, die beliebig programmiert werden können und alles machen, was andere wollen. Zum Heranreifen gehört, dass man miteinander diskutiert und durchlebt, dass Kinder sich nicht immer an die Regeln halten. Das schafft die Basis für einen Vertrauensspielraum innerhalb der Familie. Man muss gemeinsam ausprobieren, was geht und was ein No-Go ist. Z.B. könnten Sie sagen „Ich möchte, dass du zwischen 20:30 und 21:30 Uhr zu Hause bist.“ Statt „Du musst um 21 Uhr zurück sein!“

FAZIT

Die gesamte Familie sollte bereit sein, diese individuelle Entwicklung des Teenagers zu bejahen und zu fördern, die damit verbundenen Veränderungen zu akzeptieren, die damit verbundenen Probleme und Konflikte mitzutragen und das Familienleben sukzessive neu zu gestalten.
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Was tun, um die Familie zu stärken?

  • Regelmäßige gemeinsame Zeit: Ob gemeinsame Unternehmungen oder nur ein schnelles Frühstück zusammen – gemeinsam verbrachte Zeit ist die Grundlage eines gesunden Familienzusammenhalts.
  • Offen miteinander sprechen: Werden Probleme totgeschwiegen, um Konflikte zu vermeiden, vergiften sie nach und nach das Familienleben – Offenheit und regelmäßige Aussprachen gehören zum Familienleben dazu.
  • Fehler zugeben und verzeihen können: Je früher ein Streit aus dem Weg geräumt wird, desto besser. Aufeinander zuzugehen gehört ebenso dazu wie verzeihen zu können. Hier sind die Eltern ein wichtiges Vorbild für ihre Kinder.
  • Eine feste Struktur schaffen: Eine Familie kann nur funktionieren, wenn jeder weiß, woran er ist. Dafür braucht es klare Regeln und klar verteilte Rechte und Pflichten. Stellen Sie diese Regeln ruhig hin und wieder auf den Prüfstand – das verhindert, das Frust aufkommt.
  • Familienrituale pflegen: Sei es das gemeinsame Sonntagsfrühstück, ein Spieleabend oder ein Lied, das auf Autofahrten gesungen wird – Rituale schaffen Sicherheit und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.
  • Veränderungen akzeptieren: Eine Familie ist ein dynamisches Konstrukt, in dem sich alle Familienmitglieder weiterentwickeln. Nehmen Sie es hin, dass sich die Beziehungen innerhalb der Familie ändern und sich Prioritäten möglicherweise verschieben – einen festen Familienzusammenhalt wird das nicht erschüttern.

 

ZEIT FÜR DIE FAMILIE FINDEN - GAR NICHT SO EINFACH

Es scheint paradox: Als Familie lebt man zusammen unter einem Dach, sieht sich täglich und kennt sich in allen Lebenslagen – und doch wünschen sich knapp die Hälfte aller Väter und weit mehr als die Hälfte aller Mütter, mehr Zeit für ihre Familie zu haben. Wie kommt es, dass im Alltag kaum mehr Zeit zu sein scheint für gemeinsame Unternehmungen oder ein paar ruhige Stunden als Familie zu Hause? Haben wir wirklich so viel weniger Zeit als unsere Eltern und Großeltern?

Insgesamt betrachtet, haben die Deutschen mehr Freizeit als noch vor 30 Jahren. Was auffällt, ist, dass vor allem Menschen in der Mitte ihres Lebens unter Zeitdruck stehen – Männer und Frauen zwischen 27 und 40 Jahren. Weil sich die Menschen mehr Zeit für ihre Ausbildung nehmen und die Familienplanung nach hinten verlegen, fällt in diesem Lebensabschnitt alles zusammen: Kinder, die wichtigsten Karriereschritte und der Wunsch, sich selbst zu verwirklichen. Die Folgen sind chronischer Zeitmangel und Alltagsstress.

Aber wie schafft man es, mehr Familienzeit in den Alltag einzubauen? Eine Möglichkeit sind feste Termine für gemeinsame Zeit. Wenn es möglich ist, jede Woche pünktlich zum Sportunterricht oder zur Geigenstunde zu erscheinen, dann lässt sich auch ein regelmäßiger gemeinsamer Spaziergang oder ein Abendessen mit allen Familienmitgliedern organisieren. Ein anderer Weg ist, bewusst auf ein paar Termine zu verzichten. Insbesondere Kinder haben heute oft einen durchgetakteten Alltag, und die Eltern fungieren als Fahrdienst. Lassen Sie Ihrem Kind ein paar freie Nachmittage in der Woche und genießen Sie es gemeinsam, keine Verpflichtungen zu haben.

FAMILIE FLEXIBEL - WIE FUNKTIONIERT PATCHWORK - UND EIN-ELTER-FAMILIEN?

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Mama-Papa-Kind? In Bilderbüchern und Kinderfilmen ist Familie meist ganz einfach: Mama, Papa, Kind und Hund leben als Familie zusammen. Im wirklichen Leben ist die sogenannte „Kernfamilie“ durchaus keine Selbstverständlichkeit mehr. Rund 16 % der Familien mit Kindern unter 18 Jahren in Deutschland haben nur einen Elternteil (Alleinerziehende), 14 % sind Patchwork-Familien, in denen mindestens ein Partner Kinder aus einer früheren Beziehung mitgebracht hat. Diese Familienformen sind nicht neu, aber sie werden häufiger – und sie bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich.

Patchwork-Familien
Wenn sich eine Familie neu zusammenfindet, dann ist das fast immer eine Herausforderung. Verschiedene Weltanschauungen und Erziehungsstile treffen aufeinander, die Kinder hadern mit den Veränderungen oder möchten den neuen Partner ihrer Eltern nicht akzeptieren. Familienexperten sagen, dass es bis zu fünf Jahre dauern kann, bis sich die Mitglieder einer Patchwork-Familie zusammengerauft haben und jeder seinen Platz in der neuen Konstellation gefunden hat. Bis dahin ist viel Geduld nötig, etwas Toleranz und viele Gespräche – aber wenn es gelingt, ist der Zusammenhalt der Patchwork-Familie oft umso stärker.

Ein-Eltern-Familien
Alleinerziehende Eltern haben es oft doppelt schwer, den Familienzusammenhalt zu pflegen. Denn obwohl die Bindung zu den Kindern häufig sehr eng ist, bleibt im Alltag kaum Zeit für gemeinsame Unternehmungen oder kleine Momente der Ruhe. Statistisch gesehen sind alleinerziehende Eltern besonders häufig von Armut bedroht und haben ein hohes Risiko für stressbedingte Erkrankungen. Ein fester Familienzusammenhalt ist eine wichtige Stütze für alle Mitglieder der Mini-Familie – umso wichtiger ist es für Alleinerziehende, ihre eigenen Bedürfnisse und die ihrer Kinder wahrzunehmen.