Übertritt – Welche Schule ist die richtige?

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Im letzten Grundschuljahr werfen auch gelassenere Eltern häufiger einen Blick auf die Noten ihres Nachwuchses. Welche Schullaufbahn soll das Kind einschlagen? Gerade wenn die Leistungen keine eindeutige Empfehlung zulassen, kann die Entscheidung schwerfallen. Treffen müssen sie Eltern, denn das Schulkind übersieht die Tragweite nicht. Im Zweifel will es einfach dorthin, wo die Freunde sind. Christiane Konnertz vom Marburger LernTeam, dem Veranstalter der erfolgreichen FIT-Z Gern-Lern-Seminare, hat Antworten auf Elternfragen.
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Wer hilft bei der Entscheidung?

Um die richtige Entscheidung zu fällen, sollten Eltern ausgiebig und rechtzeitig mit der Grundschullehrerin, dem Grundschullehrer ihres Kindes sprechen. Die Lehrkraft sieht das Kind in der Klasse und im Vergleich mit den Altersgenossen. Außerdem kennt sie die Anforderungen der weiterführenden Schulen. Und Noten allein sagen nicht, ob die Leistungen mit viel häuslicher Unterstützung zustande gekommen sind oder „aus dem Handgelenk geschüttelt wurden.“

Wie das Potential des Kindes einschätzen?

Sinnvoll ist es, ein Stärken-Schwächen-Profil des Kindes zu erarbeiten, am besten mit der Grundschul-Lehrkraft zusammen. Es ist dann oft leichter zu entscheiden, welcher Schultyp mit welcher Ausrichtung jetzt dem Kind die besten Chancen biete. Zu bedenken ist auch: Bei keiner Entscheidung ist der Weg für „Spätentwickler“ in Richtung Abi oder Realschulabschluss verbaut.

 

Was soll das Kind können?

Vor allem müssen die Kinder selbst auf die ausgewählte Schule wollen. Sie müssen wissen, dass sie mit Anstrengung, mit Lernen und Üben Erfolg haben können und sie müssen auch Misserfolge aushalten können. Nur mit Druck geht nichts. Wenn die Kinder in die Pubertät kommen, lassen sie sich von den Eltern ohnehin nichts mehr sagen.

Wie die passende Schule auswählen?

Auf dem Land haben Eltern oft keine Wahl, in Städten ist das anders: Um aus mehreren möglichen die passende Schule zu finden, empfiehlt es sich, nicht nur aufgrund des inhaltlichen Profils und der Informationen auf der Homepage zu urteilen. Eltern sollten sich selbst einen Eindruck verschaffen: die Gebäude anschauen, ein Schulfest besuchen, andere Eltern nach ihren Erfahrungen fragen. Der gute oder auch schlechte Ruf einer Schule muss nicht mit der aktuellen Situation übereinstimmen.

Was ändert sich für die Kinder?

Beim Übertritt an eine weiterführende Schule stürmen auf die Kinder reichlich Veränderungen: viele verschiedene Lehrer, mehr Unterricht, neue Fächer, neue Mitschüler, mehr Lernstoff und oft mehr Hausaufgaben. Besonders im Gymnasium häufig auch mehr Frontalunterricht. Die Anforderungen an Motivation und Konzentration steigen und oft müssen die Kinder den „Notenschock“ verarbeiten, wenn die Zensuren in den Keller rutschen. Vor allem am Gymnasium sind von Anfang an viel Eigenverantwortung, selbstständiges Lernen und abstraktes Denken gefragt.

 

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Wie auf den Übertritt vorbereiten?

Das hängt vom Kind ab. Wenn der Nachwuchs keine Probleme hat, kann man den Schulbeginn auf sich zukommen lassen. Wenn der Sprössling aber selbst unsicher ist, sollten die Eltern Mut machen und Vorfreude auf die neue Schule wecken. Die Grundschullehrkraft kann außerdem Tipps geben, welche Wissenslücken vor dem Übertritt noch geschlossen und welche Lerntechniken geübt werden sollten.